Im Besitz der Familie Ulmer seit 1857

Geschichte Bäckerei Ulmer
Die Geschichte des Traditionshauses reicht weit bis in das 16.Jahrhundert zurück. Damals stand noch nicht einmal die heutige Kirche, mit deren Bau erst 1792 begonnen und die 1793 eingeweiht wurde.
Im Jahre 1857 wurde das Haus von einem gewissen Gunz an Daniel Ulmer verkauft. Es war schon vor der Übernahme ein Bäckerhaus und im Laufe der Zeit wurde immer wieder angebaut und verändert.
1858 zogen die Brüder Daniel und Franz Martin Ulmer vom Schwefel nach Haselstauden in das Haus ein. Daniel übernahm die Bäckerei und sein Bruder Martin ließ sich nebenan im Haus Nr.1 privat nieder. Damals waren im ersten Stock zwei Backöfen aufgestellt und daneben ein kleiner Verkaufsladen eingerichtet.

Lageplan aus der Urmappe von 1857

Dünne Besiedlung mit 1072 Einwohnern

Zufällig genau im Jahr 1857 ist die erste kartographische Vermessungskarte, der nach Kaiser Franz Josef benannte "Franziszeische Kataster", auch Urmappe genannt, erschienen.
Beide oberen Bilder stammen aus dieser Urmappe von 1857.
Gleichzeitig wurde im selben Jahr eine Einwohnererhebung durchgeführt, die in der Kirchenchronik von 1858 - aufgefunden in der Turmkugel anlässlich der Kirchenrenovierung 2007 - niedergeschrieben ist.
Haselstauden zählte gerade einmal 1072 Einwohner(Seele) , wohnhaft in 198 Häusern in 20 Parzellen, davon die meisten am Haselstauder Berg.

Fräulein Mathilde 1869 bis 1899

Vor seinem Tode übergab Daniel die Bäckerei samt Haus an seine Nichte, das weitum bekannte „Fräulein Mathilde“, die von 1869 bis 1899 die Geschäfte leitete. In ihre Zeit fallen die östlichen und südlichen Erweiterungsbauten.

Haus Ulmer um 1900

Eduard Ulmer Besitzer 1899 bis 1931

Ihr Neffe Eduard wurde auch Bäckermeister und übernahm 1899 mit seiner Frau Anna das Haus und das Geschäft. In dieser Zeit wurden die Backstube und der Verkaufsladen vom ersten Stock in das Erdgeschoss verlegt und nordseitig eine große Stiege in den ersten Stock angebaut. Er übergab die Geschicke im Jahre 1931 an seinen Sohn Julius und dessen Frau Helene.

Haus Ulmer 1907

3 Generationen Ulmer

Von links: Anna, Bruno, Helene, Julius, Eduard, Richard - 3 Generationen von 1899 bis 1963

Julius Ulmer leitet von 1931 bis 1963 das Haus

Julius wiederum baute 1952 das Geschäft samt Laden total um. Dazu wurde das halbe Haus vielfach abgestützt und für einen großzügigen Kellerneubau untergraben (siehe Fotos unten). Die Arbeiten gestalteten sich als äußerst schwierig, handelte es sich bei dem Haus ja um ein sehr altes Haus mit dicken Mauern, bestehend aus großen Bachsteinen, die erst durchbrochen werden mussten. Die nordseitige Stiege wurde abgebrochen und in das Innere des Hauses verlegt, ein großes Schaufenster brachte Licht in den Verkaufsraum. Trotzdem und entgegen alle unvorhersehbaren Schwierigkeiten wurden die Arbeiten in vier Monaten(!) nach den Plänen und der Bauaufsicht von Baumeister Max Mathis durchgeführt. Die sehr schön ausgeführten Holzarbeiten übernahm Tischlermeister Anton Winsauer aus Haselstauden. Nach der Fertigstellung des Geschäftsteiles und der Eröffnung kurz vor Weihnachten 1952 wurden die darüber befindlichen Räume, in denen sich früher die alte Backstube und der Laden befanden, saniert und als Wohnräume adaptiert. Nach Abschluss aller Arbeiten stand zur Verschönerung des Ortsteiles Haselstauden ein sehr ansehnliches Geschäftshaus neben der Kirche.


Umbau 1952

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Frau Ulmer u. Liseth Amann im neuen Laden 1953

Konditoreizubau 1958

Sein Sohn Bruno legte neben seiner Meisterprüfung zum Bäcker auch noch die Prüfung zum Konditormeister ab und 1958 baute man einen Konditorraum, einen neuen Mehlraum und eine Garage mit Geräteraum dazu.

Umbau Konditorei 1958

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Julius Ulmer Chef von 1963 bis 1993

Sein Sohn Bruno legte neben seiner Meisterprüfung zum Bäcker auch noch die Prüfung zum Konditormeister ab und 1958 baute man einen Konditorraum, einen neuen Mehlraum und eine Garage mit Geräteraum dazu.Im Jahre 1962 begannen Julius und Sohn Bruno mit den Arbeiten für den Zubau eines Kaffeehauses. Dieser Bau wurde im Jahre 1963 abgeschlossen. Besonders zu erwähnen ist die für die damalige Zeit sehr moderne Stuckdecke des weit über die Grenzen bekannten Stuckateurs und Künstlers Herbert Schedler, die heute noch eine einzigartige Kaffeehausatmosphäre versprüht. Bruno, Konditor und nun Bäckermeister in der vierten Generation, konnte mit seiner Frau Herlinde mit der Übernahme des Betriebes 1963 auch gleich die Eröffnung des Cafes feiern. Das neue Cafe war von Beginn an Treffpunkt für Jung und Alt und oft zum Bersten voll. So manche Story und so manches Gerücht hat von hier aus seinen Lauf genommen. Auch heute noch ist der Frühschoppen nach dem sonntäglichen Kirchgang für viele urige Haselstauder Pflicht. Mit dem logischen Zubau des Cafe, der althergebrachten Bäckerei und der Konditorei war die bauliche Erweiterung bis heute abgeschlossen.

Cafebau 1962

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Birgit Ulmer-Schmid leitet seit 1993 das Haus

Seniorchef Bruno hat die Geschicke des Betriebes im Jahre 1993 an seine Tochter Birgit Ulmer-Schmid übergeben. Sie wiederum hat die Einrichtung samt Stuckdecke nach einer behutsamen Generalrenovierung belassen und so den typischen „Cafe-Ulmer-Charakter“ aufrecht erhalten.

Und so wie es ausschaut, steht auch die nächste Generation schon Gewehr bei Fuß um die lange Tradition fort zu führen.

Text: Peter Alge 2012

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